Landratswahl 2021 – Positionen

Grundsätzlich stehe ich natürlich hinter dem Programm der FDP für die Kreistagswahl, schließlich bin ich ja auch Spitzenkandidat und dieses Programm ist ja eines für den ganzen Landkreis. Wenn Sie mich zum Landrat wählen, ist es einfacher, dieses Programm dann auch Realität werden zu lassen.

Aber drei Punkte, die ich als essentiell für die Zukunft des Kreises ansehe, sind mir besonders wichtig. Die erläutere ich an dieser Stelle gern:

  1. Die Region entwickeln

Aus der Pandemie ergeben sich Chancen, unsere Region weiterzuentwickeln. Die tradierten Arbeitsstrukturen insbesondere im Büroarbeitsbereich werden durcheinander gewirbelt, die Pandemie wirkt wie ein Katalysator auch auf einen Wandel in den Branchen. Es zeigt sich, dass die physische Anwesenheit im Büro nicht mehr an allen Arbeitstagen notwendig ist und auch, dass ein teures Wohnen im Ballungsraum ohne die Notwendigkeit, jeden Tag das Büro aufsuchen zu müssen, nicht unbedingt Sinn ergibt.

Dieser Wandel bietet Chancen für ein stadtnahe Region, die mit hoher Lebensqualität punkten kann. Diese Stärken gilt es, herauszustellen und die Voraussetzungen zu schaffen, um Menschen aus Ballungsräumen anzuziehen.

Dazu gehört neben dem konsequenten weiteren Ausbau der Breitbandinfrastruktur auch das Schaffen von attraktivem Wohnraum, ohne dabei weiter Flächen durch Neubaugebiete zu verbrauchen, sondern vielmehr die Ortskerne intelligent wiederzubeleben. Dies kann zB durch eine Gesellschaft geschehen, die die Kommunen gemeinsam mit privaten Investoren dabei unterstützt, Projekte zu entwickeln. Diese Gesellschaft kann dabei durchaus vom Kreis getrieben sein und auch bei anderen Infrastrukturprojekten, etwa der Ansiedelung von Einzelhandel oder medizinischen Angeboten helfen.

Neben diesem Schwerpunkt gilt es, dass von der FDP angestoßene Kreisentwicklungskonzept kontinuierlich fortzuschreiben und die entsprechenden Strukturen zu schaffen.

2. Durch Zusammenarbeit und Digitalisierung besser und günstiger arbeiten

Die Finanzen des Kreises und der Städte und Gemeinden sind angespannt. Geld ist knapp, Mittel für Investitionen stehen oft nicht so zur Verfügung, wie es wünschenswert wäre. Hinzu kommt, dass die Mittel im Kreishaushalt nahezu vollständig an Aufgaben gebunden sind, die der Kreis erledigen muss. Nur wenig Geld steht für das zur Verfügung, das er freiwillig leisten möchte. Kulturförderung etwa. Oder Unterstützung von Vereinen, kurz, den Dingen, die die Lebensqualität ausmachen.

Gleichzeitig gibt es in allen Städten und Gemeinden in der Verwaltung Bereiche, die man zusammenfassen kann. Etwa die Personalverwaltung. Oder weitere Bereiche, die nur die Verwaltung betreffen und von denen die Menschen üblicherweise nichts mitbekommen. Durch Zusammenarbeit und intelligente Arbeitsorganisation kann man Einsparungen erzielen, die für Investitionen in die Lebensqualität genutzt werden. Bedingt durch die laufende Personalfluktuation können Einsparungen ohne Entlassungen erwirtschaftet werden.

Daneben können durch intelligente und innovative Arbeitsmethoden, die gemeinsam mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern entwickelt werden, für Zeitersparnis und damit mehr Effizienz sorgen. Die Möglichkeiten, die uns die Digitalisierung hier bietet, helfen dabei.

3. Bildung stärken

Die Corona-Pandemie hat die digitalen Defizite unserer Schulen gnadenlos aufgezeigt. Für Vieles ist das Land verantwortlich, etwa die Schulung der Lehrkräfte, aber in vielen Bereichen hat auch der Kreis seine Hausaufgaben nur unzureichend erledigt. Der Anschluss von Schulen an das Breitbandnetz muss Vorrang haben. Gleichzeitig müssen auch Schülerinnen und Schüler, die etwa zu Haus nur eine geringe Internetversorgung haben, in die Lage versetzt werden, zum Beispiel am Distanzunterricht, sollte er erforderlich sein, teilzunehmen. Gleiches gilt für die Lehrkräfte.

Auch der Zugang zu Standardsoftware gehört zur Ausstattung der Schulen dazu. Je früher Kinder damit umzugehen lernen, desto größer die Vorteile auch später im Berufsleben oder Studium. Dazu braucht es aber die entsprechenden Lizenzen.

Nicht zuletzt muss der Umgang mit Medien auch geschult werden, müssen technische Vorrichtungen installiert und gewartet werden. Hierzu benötigt es Personal, in Form von Medienpädagogen, die der Kreis analog zu den Sozialpädagogen in den Schulen einsetzen könnte, und natürlich entsprechendes technisches Fachpersonal für Soft- und Hardware. Hier zeigt sich: gelingt es, Einsparungen in der internen Verwaltung zu erzielen, können Mittel sinnvoll investiert werden.

Aber nicht nur auf die Schulen müssen wir die Aufmerksamkeit legen. Bildung kann und muss schon vorher beginnen: in den Kitas. Auch hier kann der Kreis die Städte und Gemeinden unterstützen, ein gemeinsam entwickeltes Bildungskonzept in den Kitas umzusetzen. Denkbar wäre in der Zukunft auch, gemeinsame Strukturen auch im Kita-Bereich zu schaffen, sofern dies vorteilhaft und gewollt ist. Voraussetzung ist aber auch hier, dass es gelingt, effizient zu wirtschaften und somit Mittel für diese wichtige Aufgabe freizusetzen.